Zwischenruf: COVID-19-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten unerlässlich im Kampf gegen zweite Corona-Welle

  • Steigende Infektionszahlen verdeutlichen Relevanz von präventiven COVID-19-Tests
  • Bereits mehrere tausend potentielle Infektionsketten von Rückkehrern aus Risikogebieten durch präventive COVID-19-Tests unterbrochen
  • Prof. Dr. Arndt Rolfs, Vorsitzender der Initiative Wir testen: „Eine aktive Verminderung des Testaufkommens zu diesem Zeitpunkt ist kurzsichtig und unter falschen Annahmen getroffen. Mit Technologieoffenheit, innovativen Testmethoden und einer digitalisierten Teststrecke ließen sich Testkapazitäten schnell erweitern.“

Frankfurt am Main, 07. September 2020 | Die Initiative Wir testen spricht sich ausdrücklich gegen die beschlossene Kehrtwende in der Teststrategie der Bundesregierung bei Reiserückkehrern aus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag der Anteil der positiv getesteten Rückkehrer bei bis zu 42% Prozent der angestiegenen Neuinfektionen. Im Zeitraum vom 27.7.2020 bis zum 23.08.2020 waren dies nach Angaben des RKI insgesamt über 10.000 infizierte Personen. Auch in der Meldewoche 35 erklärte das RKI, dass COVID-19-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, besonders jüngere Altersgruppen, identifiziert wurden. Das hohe Risiko für Neueintragungen des Virus und ein Aufflammen neuer Infektionsketten bestätigen auch die Erfahrungen des Testzentrums am Frankfurter Flughafen. Dort wurden alleine im Testcenter der CENTOGENE AG bereits rund 150.000 Personen getestet. Dabei wurde bei knapp 1.400 Personen eine COVID-19 Infektion identifiziert – die meisten davon nach eigenen Angaben symptomfrei. Das heißt, sie sind nur durch präventives Testen nicht zu SARS-CoV-2-Überträgern in Deutschland geworden.

Prof. Dr. Arndt Rolfs, Vorsitzender der Initiative und CEO von CENTOGENE: „Vor dem Hintergrund eines steigenden Infektionsrisikos in Deutschland und vieler asymptomatisch verlaufenden Infektionen ist die Einstellung der Testpflicht zu diesem Zeitpunkt kurzsichtig und unter falschen Annahmen getroffen. Im Gegenteil, die präventive, breit angelegte Teststrategie für Urlaubsrückkehrer hat sich mehr als bewährt. Mit Technologieoffenheit, innovativen Testmethoden und einer digitalisierten Teststrecke lassen sich Testkapazitäten schnell erweitern und das Vorgehen problemlos auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens übertragen. Das Momentum ist da. Nun muss es genutzt werden.“

Die auf Prävention ausgelegte Teststrategie der Bundesregierung hat gezeigt, wie Neuinfektionen frühzeitig und effizient erkannt werden können. Präventives Testen ist in der momentanen Situation die bewährte und akzeptierte Maßnahme, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Eine klare Mehrheit von 94 % der deutschen Bevölkerung unterstützt dieses Vorgehen ausdrücklich (Quelle: ZDF Politbarometer, Juli 2020).

Zugleich wurden die Kapazitäten und das Angebot für flächendeckende, präventive Tests in den vergangenen Monaten kontinuierlich erweitert und umfassen längst nicht mehr nur das herkömmliche medizindiagnostische System. Freie Anbieter steuern inzwischen eine abrufbare Kapazität von schätzungsweise mehr als 100.000 Tests pro Tag bei. Aufgrund alternativer Prozess- und Lieferketten können diese wachsenden zusätzlichen Kapazitäten weiter stark skaliert und strategisch eingesetzt werden, ohne dass damit dem medizindiagnostischen Markt Kapazitäten entzogen werden. Alten- und Pflegeheime, Schulen und Bildungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und Gesundheitssysteme müssen von den positiven Erfahrungen beim präventiven Testen profitieren. Diese kritische Infrastruktur und damit das gesellschaftliche Leben insgesamt bedarf eines besonderen Corona-Schutzes.